Grundsteinlegung mit traditionellem Fußballvergleich verbunden
Donnerstag, Juli 20th, 2006Da sahen Jenas “Profs” alt aus
ein Bericht von Michael Ulbrich (Tlz)vom 20.7.06
Der Helm ruhte nur kurz, direkt nach der Grundsteinlegung und den Reden gingen die Bauarbeiten an der Dreifelderhalle weiter. USV-Präsident Prof. Dr. Andreas Freytag stimmte ein, Ministerpräsident Dieter Althaus übernahm das Wort.

“Da musste Hans-Georg Kremer sechzig Jahre alt werden, ehe eine neue Dreifelderhalle in Jena gebaut wird”, sagte Prof. Dr. Klaus Dicke, der Rektor der
Friedrich-Schiller-Universität gestern anlässlich der Grundsteinlegung für die neue Halle hinter der Muskelkirche. “50 Sportstudenten hat es vor sechzig Jahren gegeben, inzwischen sind es 1100″, meinte der Rektor und folgerte: “Es war überfällig.” Der bekennende Läufer Kremer nickte lächelnd, weil sein eigener, ganz persönlicher Langstreckenlauf zum Hallenneubau endlich greifbare Formen annimmt.

Hoher Besuch war zugegen, der Ministerpräsident Dieter Althaus reiste in dunkler Limousine an und zählte artig auf, warum die Halle gut für Jena sei: “Schließlich ist ja der USV Jena Thüringens größter Sportverein und es ist gut, wenn ein Verein wie der USV so eine aus sich selbst heraus baut.” Etwas mehr als die Hälfte der Baukosten werden von der öffentlichen Hand getragen, den Rest stemmt der USV selbst durch Spenden und Kredit. Jenas neuer OB Dr. Albrecht Schröter kam etwas später, bei Veranstaltungen der Universität sei eben nie genau klar, so munkelte man, ob pünktlich sine tempore oder gar mit dem üblichen akademischen Viertel Verzögerung, also cum tempore, begonnen werde.
“Tradition, so lange die Knie halten.”
Die Schale mit den Utensilien des Tages war dann schnell zementiert, schließlich hatten die Beteiligten noch viel vor: “Es ist schon zu einer Tradition geworden”, meinte Althaus. “Und die führen wir solange fort, wie die Knie halten.” Er meinte das obligatorische Fußballspiel zwischen dem “Team Dieter Althaus” und der Professoren-Auswahl der Friedrich-Schiller-Universität. Letztere schauten nicht schlecht, hatte sich der “MP” doch eine prominente Verstärkung ins Team geholt: Stefan Treitl, Ex-Regionalliga-Kicker beim FC Carl Zeiss Jena lief mit auf, und der früher schon als Arbeitsbiene bekannte Treitl machte ordentlich Dampf. Das erste Tor aber die Professoren, als Alt-Rektor Karl-Ulrich Meyn die Übersicht bewahrte und auf Höhe der Strafraumlinie den besser postierten Wolfgang Weisser anspielte, der ins lange Eck traf. Doch Althaus selbst war es höchstselbst, der wenig später den Ausgleich vorbereitete. Sein Pass mit dem Außenrist fand nach 25 Metern den Fuß von Staatsminister Gerold Wucherpfennig, der tunnelt Keeper Rolf Kalff - 1:1. Treitl erhöhte nach Solo auf 2:1, dann brachte eine erneute Kombination zwischen Althaus und Wucherpfennig gar das 3:1, Halbzeit.
Gegen Professor Falko Langenhorst sah Althaus dann aber alt aus, Langenhorst nahm ihm das Leder ab, ging noch ein paar Meter und traf zum 3:2-Anschluss. Treitl erhöhte wieder auf 4:2, Hans-Jörg Schmeisser verwertete eine Eingabe Langenhorsts noch zum 3:4, ein schiedlich, friedliches Remis lag in der Luft. Von wegen, dachte sich wohl der siegeswillige Stefan Treitl und krachte die Kugel aus 15 Metern ins Tor zum 5:3 für das Team Althaus. Die “Profs” gaben sich aber trotz sengender Hitze nicht auf, Langenhorst verkürzte nochmal mit einem Flachschuss ins Eck auf 5:4. Dann pfiff Schiedsrichter Wilhelm Tell ab - Der Grundstein lag, der Ministerpräsident nahm die Siegermedaille mit nach Hause.
20.07.2006 Von Michael Ulbrich
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