Dezember 11, 2023
Sexualisierte Gewalt im Sport
Goog Governance Beauftragte Emilia Kempert im Interview über sexualisierte Gewalt im Sportkontext und mögliche Präventionsmaßnahmen

Was hat Dich dazu bewegt Good Governance Beauftragte im USV Jena zu werden?

Meine Mutter machte mich auf die Ausschreibung von der Ehrenamtsstelle als Good Governance Beauftragte aufmerksam und sie wusste natürlich, dass mir die damit in Verbindung stehenden Themen und Aufgaben am Herzen liegen. Ich habe mich schon viele Jahre und in verschiedenen Strukturen mit den Themen Gendergerechtigkeit und Awarenessarbeit auseinandergesetzt und für diese in den jeweiligen Strukturen eingesetzt. Da ich das Gefühl hatte, ich könnte eine gute Ergänzung für die außerdem zur Wahl stehenden Menschen für eine breite Aufstellung der Good Governance Beauftragten darstellen, habe ich mich schließlich entschlossen, dass ich mir das vorstellen kann, den USV hier zu unterstützen.

Welche Aufgaben umfasst Deine Tätigkeit als Good Governance Beauftragte?

Als Good Governance Beauftragte bin ich Ansprechperson für alle, die sich Unterstützung bei Problemen innerhalb des Vereins wünschen, bei denen es um beobachtete oder erlebte Ungerechtigkeit geht. Je nach Anliegen/Situation kann ich präventiv beraten oder mögliche Vorfälle prüfen, bewerten und daraus resultierende Handlungsempfehlungen geben. Es geht darum sicherzustellen, dass die im Ethik Kodex vom USV Jena verabschiedeten Werte und Grundsätze gelebt werden und bei Verstößen dagegen auch etwas unternommen wird.

Warum ist es wichtig für das Thema „Sexualisierte Gewalt” (im Sport) zu sensibilisieren?

Sensibilisierung zum Thema “Sexualisierter Gewalt” kann auf zwei Ebenen hilfreich sein: Zum einen kann bei Menschen, die noch nie mit der Thematik in Kontakt gekommen sind, ein Bewusstsein dafür geschaffen werden. Über das Thema zu informieren kann ermöglichen, dass in problematischen Situationen genauer hingeschaut wird und früher Maßnahmen ergriffen werden, als es ohne Sensibilisierung der Fall gewesen wäre. Zum anderen kann es Betroffenen helfen, ihre gemachten Erfahrungen besser einzuordnen oder überhaupt Worte dafür zu finden.

Im Kontext Sport ist es außerdem wichtig für das Thema zu sensibilisieren, da sexualisierte Gewalt oder auch grenzüberschreitendes Verhalten allgemein sehr häufig mit Machtstrukturen in der zwischenmenschlichen Beziehung zu tun hat. In Sportvereinen, Abteilungen, Trainingsgruppen oder Kursen wird es immer strukturelle Machtunterschiede geben und es ist sehr wichtig, dass alles dafür getan wird, dass niemand diese Macht ausnutzt. Sensibilisierung ist ein wichtiger präventiver Aspekt davon.

Hattest Du bereits Erfahrung mit „sexualisierter Gewalt“ (im Sport)?

Ich persönlich habe das Glück bisher nicht von sexualisierter Gewalt im Sport betroffen gewesen zu sein. Dennoch weiß ich aus meinem direkten Umfeld in verschiedenen Sportarten von Vorfällen und ich habe mich auch einfach sehr viel mit der Thematik auseinandergesetzt. Es gibt zu dem Thema einige Dokus, die sowohl Fälle im Spitzen- als auch Breitensport aufdecken und/oder beleuchten.

Was würdest du Betroffenen von „sexualisierter Gewalt“ (im Sport) empfehlen?

Auf jeden Fall vertraut euch jemandem mit euren gemachten Erfahrungen an! Über das Erlebte zu reden kann unheimlich erleichternd sein und entlasten. Oftmals fühlen Betroffene Schuld- oder Schamgefühle, weswegen sie das Gefühl haben, man solle besser nicht darüber reden. Aber weder ist es deine Schuld noch musst du dich dafür schämen, dass eine andere Person deine Grenzen überschritten hat!

Sucht euch Hilfe bei Freund:innen, Beratungsstellen oder im USV könnt ihr euch natürlich auch an uns, die Good Governance Beauftragten wenden.

Foto @Emilia Kempert

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