Orientierungslauf, meist kurz OL genannt, ist ein Laufsport, der meistens im Gelände stattfindet. „Beim Orientierungslauf laufen wir mit einer Karte und mit einem Kompass durch den Wald oder die Stadt. Dort versuchen wir, bestimmte Kontrollpunkte (Posten) in der richtigen Reihenfolge zu finden und in möglichst kurzer Zeit das Ziel zu erreichen. Dabei wird weiterhin in einem hohen Tempo gelaufen“, erklärt Susen Lösch.
Diese besondere Sportart hat bei Susen bereits seit der Kindheit einen hohen Stellenwert. Mit ihren Eltern und ihrem älteren Bruder ist die Jenenserin schon immer zu allen möglichen OL-Wettkämpfen gefahren. Bereits mit 15 wurde sie Teil des Jugendnationalteams und eroberte bald die deutsche Spitze in ihrer Altersklasse. Mit dem Nationalteam ging es dann zu Trainingslagern und Wettkämpfen in verschiedenen, europäischen Ländern. „Sport im Teenageralter war nicht immer einfach“, blickt Susen zurück „Wenn man jedes Wochenende unterwegs bei Wettkämpfen ist, ist ein gutes Zeitmanagement enorm wichtig, um den Schulunterricht und das soziale Leben unter einen Hut zu bekommen. Deswegen bin ich dankbar, dass der Großteil meiner Lehrerinnen und Lehrer sehr verständnisvoll war und immer Unterstützung zeigte“.
Mit der Zeit merkte Susen, dass sie nicht nur Spaß beim Orientierungslauf hat, sondern auch sämtliche Talente vorweist. So ist dann für Susen die Entscheidung gefallen, sich dem Leistungssport zu widmen. Die sportliche Karriere von Susen geht weiter in Schweden. Während ihres Auslandsjahrs in Schweden als Au-Pair, konnte Susen einen deutlichen Unterschied zu ihrem Training in der Heimat feststellen. „In Schweden habe ich von einem sehr qualitativen Training profitiert. Dies lag zum einen an den besseren Trainingsbedingung aufgrund der Landschaft, zum anderen an dem höheren Stellenwert vom Orientierungslauf in dem Land, dort wird beispielsweise Orientierungslauf an Schulen unterrichtet und es finden auch die größten Orientierungslaufveranstaltungen statt“, so Susen. Der Trainingsplan für die Disziplin Orientierungslauf besteht aus Lauftraining, das die Kondition und die Ausdauer verbessern sollte, sowie Technik-Training, das für eine bessere Koordination und Konzentration in einem unbekannten Laufgelände sorgt.
Foto @USV Jena
Der Trainingsablauf war bei Susen allerdings nicht wie bei allen Orientierungsläuferinnen- und Läufern. Bereits seit der Kindheit musste Susen aufgrund von einem gesundheitlichen Problem, ihre Trainingseinheiten etwas anpassen. So hieß es weniger Tempoläufe, dafür mehr Alternativtraining wie Krafttraining, Skifahren und Radfahren. Trotz dieser Anpassungen gelang es Susen eine Reihe an sportlichen Erfolgen zu erlangen. Sie wurde Deutsche Meisterin, nahm an der WM teil und stieß in die erweiterte Weltspitze vor. Mitte 2017 ist sie dann ein zweites Mal nach Schweden gezogen, wo sie in und in der Nähe von Stockholm unter guten Trainingsbedingungen laufen konnte. In Deutschland nahm Susen auch weiterhin an Wettkämpfen für ihren Verein, USV Jena e.V., teil. Der Weg an die Weltspitze war für Susen allerdings nicht immer einfach.
Neben dem harten Training und der wenigen Freizeit wird man als Profiathletin zusätzlich mit hohen Erwartungen begegnet, was zu einer hohen, mentalen Belastung führt. „Als Leistungssportlerin habe ich häufig Druck empfunden, Höchstleistung zu erbringen“, erklärt Susen. „Mit der Zeit wurde es zudem immer schwieriger, den Vollzeitjob mit dem erforderlichen hochqualitativen und zeitintensiven Training zu verbinden“. Aus diesem Grund hat sich Susen Lösch entschieden, ihre internationale Karriere vorab zu pausieren und sich viel mehr auf nationale Wettkämpfe in Schweden zu konzentrieren. Den Orientierungslauf komplett aufzugeben, hat Susen aber nicht vor.
Nun ist für die Athletin aber erstmal eine Pause angesagt und die wohlverdiente Erholung wird in vollen Zügen auf ihrer Weltreise genossen.
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