Auch wir Spielerinnen des USV Jena sind nicht glücklich mit dieser Lösung, weil es dem eigentlichen Ansinnen, arrivierte Fußballerinnen auch lange nach Ende der aktiven Laufbahn zusammen zu bringen und vor allem zusammen zu halten, nicht mehr gerecht wird. Wir hätten die (zusätzliche) Einführung einer höher angesetzten Altersklasse favorisiert. Aber was soll’s… die Jagd nach dem runden Leder macht uns nach wie vor Spaß und nicht umsonst treffen wir uns jeden Mittwoch zum gemeinsamen Spiel im USZ.
Wir fuhren am Samstag mit zwei USV-Kleinbussen gen Berlin, checkten im Hotel ein und stärkten uns am Abend mit Nudeln und Pizza für die Herausforderungen am folgenden Spieltag. Den Abend ließen wir gemeinsam auf dem Tempelhofer Feld – dem ehemaligen Flughafen Tempelhof – ausklingen. Dort konnten wir den Berliner Lifestyle sehr authentisch erleben: ungezwungen, frei und völlig gechillt. Das Abendprogramm hat uns am Sonntag mit der nötigen Gelassenheit in den Tag starten lassen. Nach dem Frühstück ging es bei sommerlichem Wetter in die Sportstätten im Volkspark Mariendorf.
Von den ursprünglich vorgesehenen sechs Teams (aus allen Landesverbänden des NOFV) sagten kurzfristig die Akteurinnen aus Brandenburg und Sachsen ab, so dass der Spielplan angepasst werden musste. Vier Mannschaften traten im Modus „Jeder gegen Jeden“ an. Die Spielzeit betrug jeweils 20 min, wobei auf Kleinfeld mit 1:6 gespielt wurde.
Die Namen zum Mannschaftsbild (im Tor) (vorn v. l.).: Sylvia Michel, Saskia Schwarz, Susann Utes, Griseldis Meißner, Manja Seeger, Luisa Coriand, Heidi Vater;(hinten v.l.): Steffi Scheitler, Anja Neudert (Physio), Sabine Schubert, Dana Walther, Laura Kiontke, Anja Schüppel, Cindy Ruddat, Michaela Ambrosius, Stephanie Pompl
Foto @USV Jena
Unser erstes Match bestritten wir gegen die Frauen aus Berlin. Nach unserer 1:0-Führung pfiff der Schiedsrichter einen Strafstoß gegen uns. Grund: Unsere Torhüterin Griseldis Meißner wehrte einen Torschuss per Grätsche ab – grundsätzlich nicht untypisch für eine Torfrau. Das Regelwerk im Ü-Bereich (der Frauen) verbietet allerdings jedwedes Grätschen, auch seitens der Torfrau. So fiel per verwandeltem 9m der Ausgleich. Wir haben kurz gebraucht – auch weil dem Strafstoß einige Diskussionen voraus gingen – aber dann fanden wir ins Spiel zurück und konnten zwei weitere, schön herausgespielte Tore zum Endstand von 3:1 erzielen. Der Auftakt war gelungen! Alle drei Jenaer Tore in diesem Match erzielte Manja Seeger. Nach 10-minütiger Verschnaufpause folgte unmittelbar unser zweites Spiel, diesmal gegen die Auswahl aus Sachsen-Anhalt. Das Spiel endete 2:1 für uns mit Susann Utes als Doppeltorschützin, so dass nunmehr schon 6 Punkte auf der Habenseite waren. Gut so!
In unserem abschließenden Spiel in der besten Mittagshitze trafen wir auf die Mädels aus Mecklenburg-Vorpommern. Mit den „Fischköppen“ – wie sie sich selbst nennen – verbindet uns bereits ein freundschaftliches Verhältnis, denn auch sie sind ein Team, das in den vergangenen Jahren bereits mehrfach an dem NOFV-Turnier teilnahm und ähnlich wie wir, auf altbekannte Spielerinnen setzen. Die „Fischköppe“ hatten vor unserem Aufeinandertreffen vier Punkte. Wenn wir den Titel erringen wollten, durfte es keine Niederlage geben. Es folgte ein sehr einseitiges Spiel… offenbar hatten die Nordlichter nicht vor, auf Sieg zu spielen. Vielmehr „rührten sie Beton an“ und verteidigten konsequent. Zudem stand (auch bei ihnen :-)) eine sichere Torfrau zwischen den Pfosten. Es entwickelte sich ein Spiel in eine Richtung, doch unsere Angriffe konnten nicht mit einem Tor gekrönt werden – das Spiel endete torlos. Der erspielte Punkt sicherte uns die Tabellenspitze und somit den erstmals vergebenen NOFV-Ü32-Meistertitel, aber insgesamt bereits zum fünften Mal den Ü-Titel der Frauen im NOFV.
In unseren Reihen waren mehrere Spielerinnen verletzungsbedingt zum Zuschauen verdonnert, so Steffi Scheitler, Stephanie Pompl, Sabine Schubert und Michaela Ambrosius. Sie leisteten jedoch wertvolle Unterstützung vom Spielfeldrand und bei der Organisation. Zudem konnten wir erneut auf die „goldenen Hände“ unserer Physiotherapeutin Anja Neudert vertrauen, die – selbst mittlerweile in Potsdam wohnend – uns bzw. die strapazierten Muskeln bestens behandelte.
Abschlusstabelle
- USV Jena (7 Pkt. / 5:2 Tore)
- TSG Fischköppe (5 / 2:0)
- Team Berlin (4 / 3:4)
- Ü32-Landesauswahl Sachsen-Anhalt (0 / 2:6)
Bei jedem der vergangenen neun Turniere (acht Mal als Ü35-Meisterschaft ausgetragen) seit 2013 waren wir am Start. Dabei ist unser Spielerinnen-Stamm überwiegend von Beginn an dabei. Das macht einfach Freude und verbindet! Aufgrund der geänderten Altersgrenze konnten wir uns verjüngen und verstärken: Susann Utes und Laura Kiontke, beide bei Fußball-Interessierten sicher bekannt aus der 1. Mannschaft des FCCZ Jena, gehörten erstmals zur Aufstellung. Ihre „Wartezeit“ bzgl. der Spielmöglichkeit in unserem Team wurde durch die Änderung verkürzt. Der Turniersieg bedeutet zugleich die Qualifikation für den Ü-Cup des DFB, der am 14./15.Oktober 2023 im Berliner Olympiagelände ausgetragen wird. Parallel zu der Endrunde der Ü32-Frauen finden die Meisterschaften bei den Herren in den Altersklassen Ü32, Ü 40 und Ü 50 statt. Unsere Vorfreude auf das Event ist riesig!
Wir sagen DANKE an die Abteilung Fußball des USV für die Übernahme der Kosten für die Busmiete und Betankung. Cindy Ruddat
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