Nach fast 30 Jahren Betriebszeit hat die Tennisabteilung des USV Jena ihre Plätze 6 bis 11 in der Oberaue umfassend modernisiert. Die Grundsanierung bringt nicht nur optisch frischen Glanz, sondern auch zahlreiche funktionale Vorteile für Mitglieder, Gäste und den Nachwuchs.
Warum der Umbau nötig war
„Unser Ziel war es, die Plätze ganzjährig nutzbar zu machen und typische Probleme wie Pfützenbildung oder Frostschäden zu vermeiden“, erklärt Abteilungsleiter Simon Sauter. Der neue Belag ist wasser- und frostsicher, rutschfest und mikroplastikfrei – und muss nicht mehr bewässert werden. Das spart nicht nur Arbeit, sondern auch Ressourcen: Statt wie früher bis zu 2.000 Liter Wasser pro Platz und Tag zu verbrauchen, ist jetzt keine Platzbewässerung mehr nötig. Gleichzeitig wurde darauf geachtet, dass das Ballsprungverhalten dem eines klassischen Sandplatzes möglichst ähnlich bleibt.
Starke Unterstützung durch Fördermittel
Das Projekt wurde durch Fördermittel des Landessportbundes Thüringen im Rahmen der „Förderung des vereinseigenen Sportstättenbaus“ ermöglicht. Hinzu kamen Eigenmittel der Tennisabteilung und zahlreiche Spenden von Mitgliedern. Die Gesamtinvestition belief sich auf ca. eine halbe Millionen Euro – ein finanzieller Kraftakt, der ohne diese Unterstützung nicht realisierbar gewesen wäre.
Ein Bauprojekt in Eigenregie
Die Umsetzung begann im September 2024, nachdem im Juli der Förderbescheid eingetroffen war. Die kurze Zeitspanne bis zum Wintereinbruch stellte die Abteilung vor organisatorische Herausforderungen, denn nun mussten schnell Firmen gefunden werden, die die Aufträge übernehmen. Das Förderbudget musste bis Ende des Jahres ausgegeben werden. Die gesamte Bauleitung übernahmen der technische Leiter der Abteilung Steffen Giese und er ehrenamtlich. Auch das brachte die ein oder andere Schwierigkeit mit sich. „Wir hatten häufig die Situation, dass Handwerker kurzfristig auf der Anlage standen – und dann musste jemand aus dem Team sofort vor Ort sein“, erinnert sich Sauter. Unterstützt wurden sie von vielen Mitgliedern, die tatkräftig mit anpackten – vom Zaunabbau bis zur Installation der neuen Technik.
Mehr Licht, mehr Technik, mehr Möglichkeiten
Ein besonderes Highlight ist die neue Flutlichtanlage, die direkt ins digitale Platzbuchungssystem eingebunden ist. Sie ermöglicht eine flexible Steuerung und verlängert die Spielzeit im Sommer wie im Winter. Zudem ist die Anlage technisch auf dem neuesten Stand: Auf Platz 6 wurde eine moderne Wingfield-Trainingsanlage installiert, eine weitere ist für Platz 9 vorbereitet. Zwei Kameras in den Netzpfosten erfassen Schlaggeschwindigkeit, Ballhöhe und bieten Videoanalysen – ideal für Training, Punktspiele und Auswertungen. In Thüringen gibt es bislang nur zwei weitere solcher Systeme, und die Anlage des USV ist die erste im Außenbereich.
Auch die Webcam-Integration auf Platz 7 und 8 sorgt für Komfort: Mitglieder können online checken, ob ein Platz frei oder durch Regen beeinträchtigt ist.
Neues Sportangebot: Pickleball
Neben dem Tennis wurden auch neue Sportmöglichkeiten geschaffen: Auf Platz 11 und an der Ballwand gibt es nun Linien für Pickleball – eine Trendsportart aus den USA, die in Thüringen bislang einzigartig im Außenbereich angeboten wird.
Positive Resonanz in der Abteilung
Die große Mehrheit der Mitglieder befürwortete das Projekt. Neben der besseren Bespielbarkeit überzeugen auch die niedrigeren Unterhaltskosten: Die jährlichen Pflegekosten halbieren sich im Vergleich zu den früheren Sandplätzen.
Ausblick
Kleinere Mängel an der Oberfläche werden im Herbst noch behoben, um die Rutschfestigkeit bei Nässe weiter zu optimieren. Mit den neuen Anlagen sieht sich die Tennisabteilung bestens gerüstet für die Zukunft. „Wir haben jetzt eine der modernsten Tennisanlagen in Thüringen – und die wird uns viele Jahre Freude bereiten“, so Sauter.
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